Immer wieder Sonntags ...

An dieser Stelle findet Ihr immer den aktuellen Sonntagsbrief und eine Videoaufzeichnung des aktuellen Gottesdienstes.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Anschauen!

Dein Link zum Video-Gottesdienst: 

Gottesdienst vom 19. Mai 2024

 

 

 

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gelsenkirchen-Buer

Am Spinnweg 6 | 45894 Gelsenkirchen

Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.

 

19. 05. 2024 • Sonntagsbrief

 

 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.

                       Sacharja 4,6b

 

Liebe Gemeinde,

 

mit dieser wunderbaren Verheißung aus Sacharja 4 grüße ich Euch herzlich zum Pfingstfest und wünsche Euch frohe, geisterfüllte Festtage!

Eure Christine Schultze

 

Aktuelles aus dem Gemeindeleben

 

Die Aufzeichnung des heutigen Gottesdienstes findet ihr hier:

https://youtu.be/TyZ0Tc3_ioM

 

 

Unsere Fürbitte gilt auch unserer Missionarin Sarah Bosniakowski, ihrer Familie und ihrem Dienst im Krankenhaus in Garoua (Kamerun).

Termine:

Di., 21.05.        19.00 Uhr Bibelgespräch online

Mi., 22.05.       15.00 Uhr Senioren am Mittwoch

                        17.30 Uhr Bibelsurfer

So., 26.05.      10.00 Uhr Gebet vor dem Gottesdienst

                        10.30 Uhr Gästegottesdienst und anschließend Open House

                        17.00 Uhr Kreis junger Erwachsener

 

Herzliche Einladung zum Gästegottesdienst und Open House am 26.05.

 

„Was bleibt? Was macht dein Leben sinnvoll?“

Kommt selbst und ladet andere dazu ein!

Der Flyer ist angehängt!

 

Zum Open House nach dem bewährten Motto: Jeder bringt etwas mit und alle werden satt!

 

 

Vorschau

29.05. Die Senioren am Mittwoch planen einen Besuch der Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen. Infos über Annelie H. (siehe auch Gemeindebrief S. 13)

15.06. Gemeindeausflug: Bitte tragt euch auf der ausgehängten Liste ein, wenn ihr teilnehmen wollt oder meldet euch bei Christine Schultze

29.06. Projekt V-Tag

 

Hinweise

Infos zur Bundeskonferenz: Es war eine intensive und wegweisende Bundeskonferenz wie lange nicht. Die wichtigsten Infos zum Nachlesen findet ihr hier:

https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/bundesratstagung-2024/bericht-gemeindebrief/

 

Bitte um Unterstützung: Silke S. wird zum 1. Juli eine neue eigene Wohnung beziehen und benötigt noch allerhand dafür, u.a. eine Couch, einen Kleiderschrank, einen Staubsauger, Inventar für die Küche. Wer helfen kann, wende sich doch bitte direkt an sie. Vielen Dank!

 

Kollekte: Die heutige Kollekte sammeln wir für die Katastrophenhilfe unseres Bundes, der u.a. die Ukraine unterstützt, aber auch in anderen Katastrophenfällen schnell hilft! Oft fühlen wir uns ohnmächtig angesichts so vielen Elends in der Welt. An dieser Stelle können wir aus dieser Ohnmacht ein Stück heraus kommen und konkret etwas tun. Herzlichen Dank dafür!

 

Freiheit (2. Korinther 3,17)

Pfingstpredigt von Pastorin Christine Schultze

Gott hat seinen Geist zu Pfingsten geschickt. Wir sind Empfänger. Deshalb sind Pfingstlieder immer Bitten um den Heiligen Geist.

Heute soll es um ein Wort gehen, das wohl bei jedem und jeder ganz eigene, besondere Gedanken und Gefühle erzeugt: Freiheit!

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ – so hat vor vielen Jahren Reinhard Mey die Sehnsucht nach Freiheit ausgedrückt: Wolken durchbrechen und sich grenzenlos fühlen. Fliegen.

Wer unten auf der engen Erde steht und einem Flugzeug nachschaut, fühlt vielleicht so. Nach meinen Erfahrungen ist es zumindest mit der Beinfreiheit über den Wolken nicht so weit her. Ja, es ist oft ein großartiger Blick von oben, aber wenn der Flug sich in die Länge zieht, die Beine schmerzen oder gar Turbulenzen erschrecken, dann verdampft das Gefühl der Freiheit doch ziemlich schnell und ich sehne mich danach, mich auf der guten alten Erde frei zu bewegen.

Und da rede ich noch gar nicht davon, wie umweltschädlich das Fliegen ist und wie viel Freiheit es andere kostet, die unter den Klimaschäden leiden.

Was wir uns unter Freiheit vorgestellt haben, entpuppt sich manchmal als etwas völlig anderes. Nicht nur wenn es ums Fliegen geht.

Freiheit und Gott. Freiheit und Glaube. Freiheit und Gemeinde. Das bringen viele Menschen nicht gerade spontan miteinander in Verbindung. Zu fest sitzen das Vorurteil und leider manchmal auch die Erfahrung von Enge und Unfreiheit im Umfeld von Frömmigkeit. Kleinliches Moralisieren und engstirniges Besser-Wissen-Wollen. Doch der Apostel Paulus sieht das ganz anders. An die Christen in Korinth schreibt er: Freiheit ist da, wo Gottes Geist ist: „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17)

Freiheit ist ein großes Wort. Versuchen wir, es zu verstehen.

Wer ist frei? Jemand, der seine Tage nach Lust und Laune gestalten kann? Der die Nacht mal hier und mal dort verbringt? Der keinem Rede und Antwort stehen und auf niemanden Rücksicht nehmen muss? Der keine Steuern zahlen und kein Haus versorgen muss? Der keinen unausstehlichen Chef ertragen und keinen faulen Mitarbeiter motivieren muss? Jemand, der frei ist von Besitz, Ballast und Bindungen? Ist so jemand frei?

Was ich beschrieben habe, würde wohl eher auf einen Obdachlosen zutreffen. Aber obdachlos zu sein, würden wir ganz gewiss nicht mit Freiheit verbinden. Ja, ungebunden wäre man, aber auch heimatlos, immer auf sich allein gestellt. Jeder Tag ein Überlebenskampf. Diese Freiheit bedeutet ungeborgen zu sein.

Sicherlich ein extremes Beispiel, aber es macht deutlich, dass Freiheit etwas anderes ist, als völlig ungebunden zu sein.

Freiheit, wie das Neue Testament sie versteht, bedeutet nicht, unabhängig zu sein oder tun und lassen zu können, was man will.

Das ist zwar eine landläufige Vorstellung von Freiheit: Genießen, so viel ich kann und tun und lassen, was ich will.

Doch es ist wie mit dem Fliegen: Am Ende findet man sich unverhofft ziemlich unfrei wieder - mit eingeklemmten Beinen und unter Turbulenzen leidend.

Was ist denn dann Freiheit? Wir brauchen eine andere Perspektive. Freiheit ist ein Geschenk. Sie lässt sich nicht kaufen oder irgendwie erzeugen.

Sie ist ein Geschenk von Gott. Mit seinem Geist schenkt er zugleich Freiheit. Allerdings ist diese Freiheit nicht mit äußerer oder politscher Freiheit gleichzusetzen, sie greift viel tiefer. Es ist die Freiheit, vor Gott gerecht gesprochen, frei gesprochen zu sein – aus Gnade! (Der biblische Zusammenhang macht das ganz deutlich.) Ich muss für meine Freiheit nicht selber sorgen und kann es auch gar nicht. Ich brauche mich nur auf das zu verlassen, was Jesus für mich getan hat. So entsteht eine innere Freiheit. Auch eine Freiheit von Zwängen, auch dem Zwang, sündigen zu müssen – also etwas zu tun, was im Tiefsten meiner Menschlichkeit widerstrebt und mich unfrei macht.

Frei in diesem Sinne kann sogar jemand sein, der im Gefängnis sitzt. Wir entdecken solche Freiheit bei Paulus und Silas, die nach schweren Schlägen, eingeklemmt in einem Holzblock unschuldig im Gefängnis sitzen und – singen. Sie singen Loblieder auf Gott. Auf den Gott, der doch ihr Leiden nicht verhindert hat. Auf dieses Lob Gottes hin lässt ein Erdbeben die Gefängnismauern einstürzen.

Ein starkes Bild für die innere Freiheit, die sich auch äußerlich Bahn bricht. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“

Diese Geschichte von den singenden Gefangenen lädt uns ein, unsere Herzen für den Geist Gottes zu öffnen und Freiheit zu atmen. Vielleicht sitzt du gerade innerlich hinter dicken Mauern und fühlst dich gefangen durch irgendeine Sache. Bedrängt, bedrückt und unfrei. Vielleicht hast du den Eindruck, Gott hat nicht gut Acht gegeben auf dich, sonst würdest du dich nicht so eingesperrt fühlen.

Öffne dein Herz für Gottes Geist. Singe Loblieder auf Gott oder stimme ein Klagelied an – auch das ist Lob aus der Tiefe. Schau aber zu ihm, unserem Herrn und lass dich und deine Sicht verwandeln, denn im Text heißt es weiter: „Wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in sein Bild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an seiner Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist.“ (2. Korinther 3,18)

Christus anschauen – das verändert, verwandelt, versetzt dich in Freiheit. So wirst du erleben, wie du unabhängig – oder zumindest unabhängiger - wirst, von den äußeren Umständen. Wie sie dich nicht mehr so gefangen nehmen können. Du gewinnst einen anderen Blick und die Freiheit, damit zu leben. Und wer weiß: Vielleicht lässt Gott ja auch die Mauern, die dich einengen, einstürzen und du kannst auch äußerlich befreit weiterleben.

Wenn wir Christus anschauen, dann schauen wir die Wahrheit an. Jesus sagt von sich, „Ich bin … die Wahrheit…“ (Johannes 14,6) und er sagt auch: „…die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32) Wir leben in Zeiten, in denen manche Mächtige die Lüge zum Zentrum ihrer Politik gemacht haben. Und wir spüren, wie dadurch Vertrauen zerstört, Hass gesät wird -zwischen Menschen, zwischen gesellschaftlichen Gruppen und zwischen Völkern. Unendlich viel Leid entsteht dadurch.

Freiheit hängt mit Wahrheit zusammen und Freiheit entsteht durch Bindung. Das gilt nicht nur für geistliche, sondern auch für weltliche Dinge.

Wenn wir überlegen, was wir mit dem Begriff Freiheit verbinden, fällt den wenigsten wohl die Schule ein. Das hat natürlich Gründe… Doch wie unfrei wären wir ohne Schule, ohne Bildung: Wir könnten kein Buch lesen, keine Rechnung prüfen, keine Zusammenhänge erkennen, würden die Welt nicht verstehen. Selber denken können – das ist auch Freiheit. Es bedeutet: nicht jedem Post zu glauben, nicht jede Parole mitzuschreien, nicht jeden Trend mitzumachen, nur weil es alle anderen so tun.

Gerade das Beispiel „Schule“ zeigt: Um Freiheit im Denken zu erwerben, müssen bestimmte Unfreiheiten oder besser Verbindlichkeiten in Kauf genommen werden: der Stundenplan muss eingehalten, Stoffe müssen gelernt und Prüfungen abgelegt werden. Die Schüler können ein Lied davon singen. Und natürlich könnte vieles besser sein im System Schule…

Freiheit entsteht durch Bindung. Natürlich gibt es auch Bindungen, die uns fesseln und unfrei machen. Deshalb soll die Grundlage einer Bindung zwischen Menschen die Liebe sein.

Kinder sind frei, wenn sie geliebt werden. Sie können sich frei entfalten und sind doch festgehalten. Liebende überhaupt sind frei. Sie erleben gleichzeitig die Weite der Freiheit und die Wärme der Geborgenheit.

Wer Liebe erfährt, ist losgelöst vom Druck, sich rechtfertigen und beweisen zu müssen, und ist zugleich festgebunden in Verantwortung. Liebende spüren eine tiefe Bindung aneinander und können sich doch Freiraum lassen. Sie halten einander fest, aber erdrücken sich nicht. Für menschliche Liebesbeziehungen ist das fast ein unerreichbares Ideal. Paare ringen darum, hier immer wieder eine gute Balance zu finden.

Vor allem aber stimmt das in der Beziehung zu Gott.

Wirkliche Freiheit ist nur möglich in der Bindung an Gott. Wo Gottes Geist nicht ist, gibt es also auch keine echte Freiheit. Freiheit und Gegenwart Gottes fallen zusammen. Die Freiheit ist an die Gegenwart Gottes gebunden. Freiheit ohne Bindung ist eine Illusion.

„Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Ich nehme noch einen fundamentalen Satz des Neuen Testaments dazu: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4,16) Dann kann ich unseren Vers auch so lesen: Der Herr ist Liebe, wo aber Liebe des Herrn ist, da ist Freiheit.

Freiheit ist ein Geschenk von Gott. Gott schenkt zu Pfingsten seinen Geist, der setzt uns frei, erinnert uns daran, wozu wir bestimmt sind. Manchmal vergessen wir das.

Pfingsten 2024 ist eine Einladung, uns an unsere eigentliche Bestimmung erinnern zu lassen, daran dass Gottes Geist uns in die Weite, in die Wahrheit, in die Freiheit führen möchte.

Wir dürfen in Christus die Herrlichkeit und Liebe Gottes anschauen. Und dieses Anschauen bewirkt eine Verwandlung. Eine Metamorphose. Es ist ein innerer Prozess, kein äußerlich aufgedrücktes Verhaltensmuster.

Und es ist ein dialogisches Geschehen. So wie beim Musizieren. Und damit greife ich Gedanken des Physikers und Geigenbauers Martin Schleske auf. Er beschreibt diesen Prozess mit diesem Bild. Ein Instrument, zum Beispiel eine Geige, spielt sich ja nicht selbst, sondern ist Resonanzraum für den Musiker, die Musikerin. Eine Geige wird gespielt.

Es ist ein wechselndes Spiel zwischen einer Anregung durch den Musiker und einer Antwort durch das resonanzgebende Instrument. Und je nachdem, wie das Instrument beschaffen ist, gibt es einen speziellen Klang.

Eine Geige gibt eine andere Resonanz als ein Schlagzeug. Sogar verschiedene Geigen unterscheiden sich in der Klangfarbe.

Ich finde, das ist ein wunderschönes Bild für das, was Gottes Geist bewirkt. Er ruft in jedem Menschen, der bereit dazu ist, eine besondere Klangfarbe hervor. Und so könnte ein Bild für Gemeinde ein Orchester sein. (Folie) Da hat eine kleine Flöte ihren Platz genauso wie die mächtige Tuba (Folie), die Geige wie das Cello (Folie) oder der Kontrabass. Wie langweilig, wenn es nur ein einziges Instrument gäbe… Wichtig fürs Zusammenspiel allerdings ist, dass die Instrumente gestimmt sind, sonst gibt es keinen Musikgenuss, sondern nur Verdruss.

Selbst beim freien Improvisieren ist das Gestimmtsein auf den Kammerton a notwendig. Auch hier wieder: Freiheit entfaltet sich abhängig von einer höheren, vorgegebenen Ordnung.

Jedes Bild hat Grenzen, aber es macht doch etwas deutlich vom Wirken des Geistes Gottes, der unendlich viele Klangfarben hervorruft und der zugleich den Kammerton vorgibt, auf den jedes Instrument sich einzustimmen hat.

Und es befreit uns von der geistlosen Anstrengung, es selbst – mit eigener Kraft – hinkriegen zu wollen. Das ist wirklich ein Perspektivwechsel. Wir Menschen sind für den „göttlichen Musiker“ Resonanzraum. Wir schwingen mit mit dem, was Gottes Geist in uns bewirkt. Dieses Bild finde ich wirklich inspirierend. Wir wechseln die Blickrichtung: nicht sich anstrengen, sondern die göttliche Anregung aufnehmen. Mich freuen am Klang, der entsteht. Mich immer wieder einstimmen lassen auf das, was Gottes Geist mir vorgibt. Dann werden die Töne, die erklingen, von Menschen gern gehört und sie bekommen hoffentlich Lust, zum Orchester zu gehören.

Pfingsten schenkt uns 48 Stunden Zeit, um zu feiern. Nutzen wir diese freie Zeit doch zur Feier der Freiheit, zum Einstimmen auf den Kammerton Gottes. Seien wir bereit, Resonanzraum zu sein für Gottes Geist und erfreuen wir uns am Klang der Freiheit.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Pfingstfest!

Amen

 

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